ANTIFA FOR FUTURE

Die Headlines der Zeitungen melden täglich neue Naturkatastrophen. Zu den Torfbränden in der Arktis und den im Rekordtempo abschmelzenden Polkappen kamen zuletzt noch die alarmierenden Waldbrände im Amazonasgebiet – ermöglicht und befeuert durch die rassistische und neoliberale Politik des mindestens rechtsnationalen Jair Bolsonaro. Die Brände am Amazonas und ihre Entstehung machen sehr eindrücklich die beiden Bedrohungen sichtbar, die aktuell zu einem doppelten Ablauf unserer Zeit führen: Der Planet geht kaputt und die neuen Faschisten drängen an die Macht.

Trump, Bolsonaro und Co. reihen sich ein in die Anti-Klima-Allianz, die sich als Opposition versteht und sich eindeutig hinter das Interesse des Kapitals stellt. Dass Marine le Pen sich in ihrer letzten Rede als „Klimaschützerin“ inszeniert, ist kein Widerspruch, sondern deutet einen Strategiewechsel der politischen Rechten an: Statt den Klimawandel zu leugnen, geht es nun (wieder) um die Verteilung der Ressourcen. Ob es die lokale Bio-Bourgeoisie in der Metropole (dem das einfache Volk der Dieselfahrer entgegengestellt wird), die „Flüchtlinge“, die zu uns strömen und unsere Ökowerte zerstören oder die Überbevölkerung im globalen Süden – egal ob nationaler Klimaschutz oder Heimatschutz – sie stehen beide auf einer Seite derselben Medaille. Auf der anderen steht die konservative-autoritäre Klimaleugnung. Beides miteinander vereint, bedient nichts anderes als das Interesse des Wachstums und der Abschottung, letztendlich der kapitalistischen Verwertung.


Andere haben die Klimakrise früher antizipiert und ein gutes – nicht nur – politisches Geschäft daraus gemacht. Gemeint sind hiermit die grünen Liberalen, die unter der Marke „Green Capitalism“ den deregulierten Kapitalismus durch ein grünes Antlitz bändigen wollen. Die in diesem Zusammenhang formulierten moderaten Forderungen verraten schnell, dass die heiligen Prinzipien des Marktes, versteckt hinter dem Deckmantel der „Machbarkeit“, bei diesem Prozess nicht angetastet werden sollen. Der Widerspruch zwischen Profi tinteresse und ökologischer Nachhaltigkeit wird innerhalb des Systems aber immer auf Kosten der Umwelt und letztendlich der Menschheit aufgelöst.


Die Klimakrise trifft „uns“ nicht alle gleich hart. Schon jetzt flüchten Menschen nicht nur vor Krieg und Hunger, sondern vor der nächsten Klimakatastrophe, bei der Frauen übrigens eine 14 mal höhere Chance haben umzukommen, um sich in den kapitalistischen Zentren des globalen Nordens hinter den Marginalisierten der Deindustrialisierung einzureihen. Perfiderweise haben die Industrienationen des globalen Nordens – egal ob rechts oder neoliberal regiert – den Klimawandel zwar verursacht, werden aber am wenigsten davon getroffen werden. Ein apokalyptischer Existenzialismus – d.h. das nackte Überleben der Spezies in der Vordergrund zu stellen – übersieht bewusst genau diese Tatsache. Wichtig soll sein, dass genügend Leute verzichten – bzw. am Ende die „richtigen Leute“ in der Arche Noah überleben. Der Strategiewechsel im rechten Lager deutet an, dass das Problem nicht geleugnet werden soll, aber eine angebliche „Überbevölkerung“ im globalen Süden die Schuld trägt. Letztere gibt es nicht, weil es nicht darum geht wie viele Menschen auf dem Planeten leben, sondern wie deren Bedürfnisse befriedigt und ihr Zusammenleben organisiert wird. Was sollen wir also tun? Genug Klimaanlagen kaufen für die ganze Welt? Schutzmauern vor den gefährdeten Küstenstädten hochziehen? Oder wie mancher Milliardär im Silicon Valley sich erträumt, alle ins All auswandern? All diese Lösungen werden kaum möglich sein – außer für die Reichen, die ihren kostbaren Lebenshorizont kurzfristig erweitern wollen. Das für eine Gesellschaft, die überleben möchte, brauchbarste Projekt ist ein anderer neuer Deal, nämlich der soziale, systemkritische und umsetzbare.

In diesem Sinne: smash CARpitalism, fight the fascists and show
an undead system how to die!
Am 20.9. treffen wir uns bei den Beyond Europe Transpis!
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